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Unser großes Interview mit Voltaire

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Voltaire

Willkommen zum zweiten Teil des großen Interviews mit Voltaire. Diesmal erklärt der Musiker aus New York City, warum er sein neues Album ohne die Unterstützung seines bisherigen Labels veröffentlichen musste. Und wie entstehen eigentlich Voltaires Lieder? Und was hat eine Klingonen Party und Country-Musik damit zu tun? Antworten dazu und zu vielem mehr, jetzt im zweiten Teil unseres großen, dreiteiligen Interviews mit Voltaire!


Teil 2: Around

Cabaret-Noir: "To The Bottom of the Sea" kam vor kurzem raus. Aber du hast die CD ganz allein, ohne Hilfe eines Labels, veröffentlicht. Was ist passiert nachdem du vor einiger Zeit von Projekt zu Dancing Ferret gewechselt hast?
Voltaire: Ich war zehn Jahre bei Projekt. Nachdem ich "Ooky Spooky" im Sommer 2007 veröffentlicht hatte, lief mein Vertrag aus. Ich habe dann ein sehr großzügiges Angebot von Dancing Ferret bekommen und mich entschieden es anzunehmen. Sie sind in Europa sehr präsent und es war mein Ziel in Europa zu touren und dort meine CDs zu veröffentlichen, also dachte ich das sei ein guter Schritt. Aber leider haben sie zwei Wochen bevor ich ihnen die CD geben konnte dicht gemacht. Ich entschied mich die CD selbst herauszubringen. Bisher hat es sich sehr gut gemacht. Die ersten 2000 Stück, die ich gemacht habe, waren nach ein paar Wochen verkauft und jetzt mache ich mehr. Aber ich fürchte, auf meinen Durchbruch in Europa werde mich allein konzentrieren müssen.

CaNo: Die Vorbestellung für "To The Bottom of the Sea" endete am 16. August, am 14. September gab es dann eine Release-Party in New York City. Gibt es so etwas wie einen offiziellen Veröffentlichungstermin und wann werden die ersten CDs ihre Käufer erreichen?
V: Oh, du fragst das nur, weil du wissen willst, wann du deine bekommst! He he. Aber ernsthaft, ich denke der offizielle Veröffentlichungstermin war der 1. September, weil das das Datum war, an dem ich die CDs vom Presswerk bekam. Ich konnte an dem Tag 600 Stück auf der Dragoncon in Atlanta, Georgia verkaufen. Die Dragoncon ist eine Fantasy Convention auf der ich jedes Jahr auftrete. Als ich danach zurück nach New York kam, habe ich angefangen die CD aus der Preorder zu verschicken. Aber das Verpacken und Verschicken von 1200 CDs ist eine Menge Arbeit für eine Person und daher arbeite ich immer noch daran. Aber bald sind trotzdem alle unterwegs.

Voltaire CaNo: Wird es eine Chance für deine Fans geben "To The Bottom of the Sea" auch in der Zukunft, nach dem Vorverkauf, zu bekommen? Werden deine Fans irgendwann in der Lage sein die CD in einem Musikladen (auch außerhalb des Internets) zu kaufen?
V: JA! Tatsächlich habe ich gerade 100 davon an CD.baby.com geschickt. Sie waren innerhalb eines Tages ausverkauft, daher habe ich mehr geschickt, aber diese sind schon wieder ausverkauft. Aber keine Angst. Ich habe 1000 weitere Disks diese Woche pressen lassen, damit sollten sie etwa ab Ende Oktober permanent bei CD.baby.com und in meinem eigenen Webstore verfügbar sein. Außerdem werden die Lieder bald auch auf iTunes erhältlich sein.

CaNo: In deinem Myspace-Blog schriebst du, dass es vielleicht nur 1000 oder 2000 Kopien von "To The Bottom of the Sea" geben wird. Weißt du, wie viele CDs es im Endeffekt geben wird?
V: Die ersten 2000 sind aus dem Vorverkauf und/oder bei Konzerten oder auf CD.baby.com verkauft worden. Ich habe nur noch wenige übrig, aber die werden nach den nächsten paar Shows verkauft sein. Wie bereits gesagt, mache ich gerade 1000 Stück nach. Diese werden dann bald zu haben sein. Und ich werde weiter welche machen lassen, solange Nachfrage besteht. Es ist aber wichtig festzuhalten, dass auf dem zweiten Bündel CDs "Second Pressing" stehen und es einige kleine Änderungen im Booklet geben wird. Ich möchte sicherstellen, dass die Leute, die mich mit dem Kauf der Preorder unterstützt haben etwas wirklich Besonderes und Rares in Händen halten, daher diese Änderungen in der zweiten und allen weiteren Pressungen.
Ich hab außerdem mit einem Freund in Deutschland darüber gesprochen, CDs dort herzustellen, um sie von dort aus hoffentlich in Europa vertreiben zu können.

CaNo: "To The Bottom of the Sea" wurde nur ein Jahr nach deiner letzten CD "Ooky Spooky" aus dem Jahr 2007 veröffentlicht. Soweit ich weiß ist das ein persönlicher Rekord, denn die normalen Intervalle zwischen deinen Longplayern sind sonst immer zwischen drei und fünf Jahre. Hattest du diesmal so viele gute Songideen? Oder sind so viele Dinge in deinem Leben passiert über die du unbedingt singen und schreiben musstest?
V: Oh, das ist nicht wahr! He he. Normalerweise ist es eine Lücke von zwei Jahren zwischen den CDs. The Devil´s Bris kam 1998 heraus, Almost Human in 2000, Boo Hoo in 2002, Then And Again kam 2004 raus... okay, okay, das ist meine Meinung. He he. Aber ja, "To The Bottom of the Sea" kam nur ein Jahr nach "Ooky Spooky" heraus and das ist tatsächlich ein persönlicher Rekord für mich. Um ehrlich zu sein, ich denke ich war so aufgeregt bei dem Gedanken nach Europa zu kommen, dass ich doppelt so hart gearbeitet habe. Aber dann machte natürlich Dancing Ferret dicht, also stehe ich jetzt irgendwie wieder ganz am Anfang. Trotzdem bin ich glücklich, dass die CD raus ist und ich bin wirklich zufrieden mit ihr.

Voltaire CaNo: Eine (oder besser drei) allgemeine Frage(n): Wie entstehen deine Songs? Was inspiriert dich? Und (die alte Frage) was ist zuerst da: Der Text oder die Melodie?
V: Die Songs schießen mir einfach so in den Kopf, ganz ehrlich. Ich laufe viel durch New York City und dabei schießen mir die ganze Zeit Melodien durch den Kopf. Wenn ich eine wirklich mag, dann ertappe ich mich dabei, wie ich sie ständig vor mich hin summe und dann entwickelt sie sich zu einem Song. Oft nehme ich sie dann auf meinem Handy auf, damit ich sie nicht wieder vergesse. Das trifft besonders für diese CD zu. Tatsächlich habe ich mich diesmal mit so vielen wieder gefunden, das ich eine große Datenbank an Melodien zusammen hatte, als ich mit den Aufnahmen angefangen habe. Die Texte kamen jedoch diesmal erst viel später dazu. Eine Menge der Ideen waren diesmal instrumental, weswegen auf der neuen CD viel mehr Instrumental-Parts sind als auf den Vorherigen.
Ich denke, das beantwortet auch die anderen Fragen. Meistens kommt die Melodie zuerst und der Text folgt später. Manchmal ist es aber auch anders herum. Dann habe ich eine Idee zu einem Songkonzept, wie zum Beispiel bei meinem Lied über eine Zombie-Prostituierte. Dann habe ich ein Bündel an Anekdoten oder Teile einer Geschichte und dann kommt die Musik dazu.
Und zuletzt, was mich am meisten inspiriert sind Kleingeistigkeit und Müll. Wenn ich meine, dass ich das Radio nicht anmachen kann, weil die Musik so beschissen ist, dann überkommt es mich, dass ich Musik schreiben will, der ich selbst gerne zuhören würde. Und das mache ich dann. Ich bin sehr glücklich darüber, dass es andere Menschen gibt, die das dann ebenfalls genießen.

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Weitere Infos:

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Aiko

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