Amphi Festival 2007

21. & 22. Juli 2007
Köln Tanzbrunnen

Zu den Fotos vom Festival:
Tag 1
Tag 2 - Teil 1
Tag 2 - Teil 2


Der erste Tag

Das dritte Amphi-Festival fand am 21./22. Juli zum zweiten Mal am Kölner Tanzbrunnen statt. Schon die Wahl des Tickets gestaltete sich bei diesem Festival außergewöhnlich schwer: Einerseits gab es für mich kaum einen Grund den ersten Tag des Festivals zu besuchen, da ich größtenteils elektronische Musik zwar von Zeit zu Zeit gerne höre, live allerdings meist nicht wirklich zu schätzen weiß, und auch ASP und Unheilig nicht auf meiner Must-See-Liste standen. Andererseits aber, wäre es auch albern gewesen, das Festival nur am Sonntag zu besuchen, da die Tageskarten mit 40€ nur 12€ günstiger als die Wochenendtickets (mit 52€ übrigens ein wirklich fairer Preis, zumindest im Vergleich mit einigen anderen Festivals, wie z.B. dem M´era Luna) waren. Nun, dieses Argument (für 12€ kann man sich ASP und Unheilig ja mal wieder anschauen) und die Tatsache, dass es bei einem Festival ja schließlich nicht nur auf die Musik ankommt, führten schließlich dazu, dass die Wahl auf das Wochenendticket fiel und ich drei Tage in Köln und Umgebung verbrachte. Die Bedingungen hätten für ein Festival wohl kaum besser sein können. Das Wetter war warm und größtenteils trocken, aber eben nicht zu heiß (wie im letzten Jahr) und das Festivalgelände bot mit seinen großen Rasenflächen und ruhigeren Ecken zahlreiche Möglichkeiten, diese optimalen Bedingungen auch abseits der großen Massen, die sich hauptsächlich im Bereich der der 2 Bühnen (Main-Stage - Open Air / Theaterbühne - Halle) aufhielten, zu genießen. Nun aber genug zu den grundlegenden Bedingungen und weiter mit dem Festival selbst und der Beschreibung dessen, was ich dort erlebt habe.

Am Samstag erreichte ich das Festivalgelände etwa um 14:00, also während dem Auftritt der zweiten Band auf der Mainstage. Die Bändchenausgabe funktionierte zumindest zu diesem Zeitpunkt einwandfrei. Nach 2 Minuten des Anstehens war das nicht sonderlich hübsche Bändchen (Schwarz und Orange auf hellgrauem/silbernen Grund, dazu viel Werbung) mit einem noch unhübscheren Plastikverschluss am Arm befestigt und dem Festivalgenuss stand nichts mehr im Weg. Nach einem kleinen Rundgang, bei dem ich feststellte, dass nicht Bloodpit (die an diesem Tag ausfielen), sondern bereits Diorama auf der Mainstage spielten, dass die Getränkepreise wie bereits im Jahr zuvor viel zu hoch (der Met wurde etwa für das achtfache des Ladenpreises verkauft!) waren und, dass der Versuch, einen Blick auf die Theaterbühne zu werfen, aufgrund der sehr langen Schlange, einen viel zu großen Zeitaufwand bedeutet hätte. Also suchte ich nach diesem kleinen Rundgang die erwähnten Rasenflächen auf und verbrachte dort in guter Gesellschaft einen Großteil des Samstags.

Erst am Abend, kurz vor Begin des Unheilig-Auftritts, machte ich mich schließlich in Richtung Mainstage auf und konnte noch einen einigermaßen guten Platz finden, von dem aus man auch relativ gute Fotos machen konnte. Der Auftritt von Unheilig war wirklich sehr überzeugend und er hatte eine Besonderheit: Die Setlist konnten die Fans im Vorfeld in einer Onlineabstimmung auf der Unheilig-Webseite, an der auch 3853 Personen teilgenommen haben, selbst bestimmen. In meinen Augen eine sehr sympathische Idee, die von echter Nähe zu den Fans und Wertschätzung dieser zeugt. Diesen Eindruck bestätigte der Graf auch sehr deutlich während des Auftritts. Auf die außerordentlich gute Stimmung im Publikum, das fast ununterbrochene Mitklatschen und das vielstimmige Mitsingen, reagierte der Graf sichtlich erfreut und bekundete dem Publikum diese Freude mehrmals - und er ist einer der wenigen Künstler, denen man solche Bekundungen wohl wirklich abkauft. Ansonsten war der Auftritt recht "schlicht", am Bühnenbild, mit der 5-Vor-12-Uhr und den Kerzen im Hintergrund, hat sich offensichtlich seit einiger Zeit nichts geändert und auch sonst gab es keine großen Effekte während des Konzerts - der musikalische Aspekt war ordentlich, aber nicht herausragend, und der Auftritt überzeugte hauptsächlich durch den vollen Einsatz des Grafen und die gute Stimmung, die er deutlich zeigte, und damit auf die Zuschauer übertrug. Es waren allerdings auch ganz offensichtlich zahlreiche Unheilig-Fans anwesend - egal, wo man am Samstag stand, irgendwo konnte man mindestens einen Menschen im Unheilig-T-Shirt sehen. Diese Fans rissen den Rest des Publikums natürlich auch mit. Nachdem die letzte Zugabe - "Ich will leben" - gespielt wurde, gingen schließlich die Umbauarbeiten los.

Etwa zwanzig Minuten später betraten der "Schwarze Schmetterling" - ASP - und seine Band die Bühne. Dieses Konzert bot relativ wenige Überraschungen. Die Setlist bestand aus den bekannten Klassikern, wie "Sing Child", "Ich will brennen" und "Und wir tanzten", die halt gespielt werden müssen, und einigen neueren Stücken. Die Kommentare zwischen den Songs beschränkten sich größtenteils auf jahrelang einstudierte ASP-Floskeln, mit denen ein krasser Gegenpol zu der Publikumsnähe bei Unheilig gesetzt wurde. Als ich vorhersagte, dass er mindestens einmal "Ihr schönen Menschen!" sagen würde, wurde ich noch belächelt - als er praktisch mit diesen Worten auf die Bühne kam und sie noch zwei mal im Verlauf des Konzertes wiederholte, war nicht meine Qualifikation zum Hellseher, sondern die Qualifikation des Herrn Asp zum Papagei bewiesen. Der einzige Kommentar, der für mich neu war, war die Ansage von "Ich bin ein wahrer Satan". Hier griff Asp die Missverstandenheit des Durchschnittsgruftis auf und wies darauf hin, dass es in dem Lied selbstverständlich nicht um Satanismus, sondern um Freiheit gehe. Nun gut, nach all diesen negativen Aspekten, will ich die positiven nicht verschweigen: Musikalisch war der Auftritt durchaus gut und die Stimmung im Publikum war selbstverständlich hervorragend - das ist wohl vorprogrammiert wenn eine Szenegröße wie ASP auf der Bühne steht. Insgesamt war der Auftritt aber eben nichts besonderes, sondern bestätigte eher mein, selbstverständlich leicht überzogenes, Urteil: Wenn man ein gutes Gedächtnis hat, reicht es, wenn man in seinem Leben ein ASP-Konzert besucht hat. Das Überraschendste an diesem Auftritt war wohl das "interessante" Make-Up des wahren Satans.
Anschließend sollten Front 242 als Headliner die Bühne betreten, doch aufgrund des bereits erwähnten, mangelnden Interesses an live präsentierter überwiegend elektronischer Musik, zog ich mich aus der Menge zurück und lies den Tag ausklingen, wie ich ihn begonnen hatte - in guter Gesellschaft.

Der zweite Tag

Der folgende der Tag, der für mich der Hauptgrund war, das Amphi Festival 2007 zu besuchen, sollte schließlich etwas spannender werden. Pünktlich um 12 Uhr erreichten wir das Gelände, machten es uns in den Grünanlagen bequem und warteten darauf, dass die Theaterbühne ihre Pforten öffnete - denn dorthin sollte es an diesem Tag zunächst mal gehen, um das Katzenjammer Kabarett, Emilie Autumn und Fetisch:Mensch live zu erleben. Also machten wir uns etwa eine halbe Stunde vor Einlass auf den Weg, hatten nur wenige Menschen vor uns und konnten so schließlich auch recht gute, mittige Plätze in der 2. oder 3. Reihe ergattern. Wie bei einem Hallenkonzert auf einem Festival nicht anders zu erwarten, war es dunkel, eng und stickig, allerdings hielt sich zu dieser frühen Stunde alles noch im erträglichen Rahmen.

Nach einer weiteren halben Stunde betrat das Katzenjammer Kabarett dann auch schließlich die Bühne und das Konzert begann. Die vier Musiker (Sängerin, Gitarrist, Bassist, Keyboarder) wirkten auf der recht großen Bühne ein wenig verloren und sonderlich viel Show gab es nicht. Während ihre Bandkollegen sich darauf beschränkten ihre Instrumente zu spielen (was sie auch durchaus gut machten) flanierte Frontfrau Mary Komplikated beim Singen über die Bühne, spielte ein wenig mit Mimik und Gestik und forderte das Publikum zwischen den Songs dazu auf, sich zu bewegen. Die Zuschauer folgten diesen Aufforderungen nur sehr vereinzelt, honorierten die musikalisch einwandfrei präsentierten Stücke aber wenigstens mit lautem Applaus und forderten am Ende auch noch eine Zugabe, zu der es aber nicht kam. Ansonsten gibt es über den Auftritt wirklich wenig zu sagen. Einen Groupie hatte die Band mitgebracht, der mit seinen lautstarken Kommentaren zwischen den Liedern den einen nervte, den anderen amüsierte. Außerdem traten noch einige kleinere Probleme mit der Technik auf, die zwar behoben werden konnten, aber dennoch für Wartezeiten sorgten, die der guten Stimmung entgegenwirkten.

Bereits beim Soundcheck für den folgenden Auftritt zeigte sich, dass der Großteil der Anwesenden auf das, was folgen sollte, gewartet hatte und nun voller Spannung und Vorfreude auf den Anfang von Emilie Autumns Show wartete. Statt dem üblichen "1, 2, 3" oder ähnlichem, sang Backliner Montefury "Keep On Rocking In The Free World" zum Testen des Mikrofons, worauf die Anwesenden mit lautem Applaus und "Zugabe"-Rufen reagierten. Als der Soundcheck dann erfolgreich beendet und diverse Requisiten auf der Bühne platziert waren, ertönten schließlich nach kurzer Zeit die ersten Klänge von "Best Safety Lies In Fear", im Publikum kehrte Ruhe ein und Lucina und Vecona betraten die Bühne. Das 5. Mitglied der Bloody Crumpets, "Suffer" der Teddybär, wurde zusammen mit einem roten Herzen mit der Aufschrift "Are You Suffering?" von Lucina an Emilies Mikrofonständer aufgehängt, während Vecona den obligatorischen Tee einschenkte. Die beiden tänzelten noch über die Bühne, als kurz vor Ende des Liedes Aprella erschien und die in einer Zwangsjacke verschnürte Emilie auf die Bühne zerrte. Nachdem sie aus dieser befreit und hinter das Keyboard gesetzt wurde, begann ein Konzert, das diesem theatralisch-eindrucksvollen Anfang in nichts nachstand. Von Pestratten über unterschiedlich verstümmelte Kinderpuppen bis hin zu einer Stoffpuppe, die Emilie persönlich darstellte, beschäftigten die Bloody Crumpets sich und das Publikum mit zahlreichen kleinen Skurrilitäten. In Kombination mit den beeindruckenden, aufwändigen Kleidern der Bloody Crumpets, für die sich hauptsächlich Vecona verantwortlich zeigt, und ihrem Schauspiel, entstand eine unglaublich dichte Atmosphäre und ein Gesamtbild, das den Zuschauern einen Einblick in Emilies wahnwitzige Welt gewährte, die sie auch das "Asylum" nennt. Die akustische Seite des Konzerts blieb trotz dieser vielseitigen optischen Darbietung nicht auf der Strecke. Emilie sang mit Leib und Seele, mal hoch und melodiös, mal tief und aggressiv und wurde dabei von Lucina und Aprella unterstützt. Man sah ihr an, dass sie wirklich alles gab und als sie bei "The Art Of Suicide", einem der Höhepunkte der Show, zu Boden sank, hätte man fast glauben können, dass sie sich vollkommen verausgabt hätte - doch selbstverständlich war dies nur ein Teil der Darbietung und wenige Sekunden später verwöhnte sie bereits wieder die Ohren der Zuhörer. Die Musik kam dabei leider immer noch zum größten Teil vom Band - an dem positiven Eindruck, den das Konzert hinterließ, änderte das aber nur wenig. Emilie und ihre Bloody Crumpets hätten sicher auch zu späterer Uhrzeit auf der Mainstage die Massen überzeugt... andererseits passte die Theaterbühne natürlich sehr gut zu dem, was da geboten wurde.

Anschließend ging es auf der Theaterbühne mit Fetisch:Mensch, einem neuen Projekt von Oswald Henke, weiter. Wie nicht anders zu erwarten, wurde hier vorwiegend Wert auf die Texte, die sich auf vielseitige Weise mit allen Facetten, den positiven wie negativen, des menschlichen Zusammenlebens auseinandersetzen, gelegt. So verwunderte es nicht, dass Oswald, als der "Strom kurz ausfiel", das Stück "Lichtprinzessin" ohne Unterstützung seiner Bandkollegen in nicht minder intensiver Weise vortrug (Oswald drohte schon damit, den Verantwortlichen umzubringen, doch dann wurde er von einem Bandmitglied darauf hingewiesen wurde, dass er derjenige war, der den Stecker des Laptops beim Rumhüpfen über die Bühne herausgerissen hatte, was für allgemeine Erheiterung sorgte). Nicht umsonst hat Herr Henke noch vor einem Jahr beim Amphi auch erfolgreich eine Lesung abgehalten. Musikalisch sorgten zwei Gitarristen und ein Schlagzeuger für einen ständigen Wechsel aus ruhigen Parts, zu denen sich Oswald meist auf seinem kleinen Tischchen zusammenkauerte und rockigeren Passagen, bei denen er sich erhob, von einer Seite der Bühne zur anderen rannte, mehrmals zum Publikum herunter sprang und seine ruhigen Sprechparts durch lauteren Gesang, bis hin zu melodischem Schreien ersetzte. Diese Energie übertrug sich auch auf die Zuschauer und nicht wenige ließen sich mitreißen, so dass viel Bewegung in der Menge zu beobachten war und auch der eine oder andere textsichere Fan lauthals mitsang. Beim letzten Lied beugte sich Oswald zum letzten Mal über den Absperrzaun ins Publikum und zeigte damit wohl die größte räumliche Nähe, die es beim diesjährigen Amphi-Festival zwischen einer Band und ihren Zuschauern bei einem Auftritt gegeben hat.
Anschließend wurde die 2nd Stage verlassen (es wurde mit der Zeit auch wirklich unangenehm warm) und nach kurzer Verschnaufpause mit einem restlos überteuerten Kölsch, machte ich mich zur Mainstage auf.

Auf der sollten nämlich in Kürze Samsas Traum auftreten, die schon im letzten Jahr beim Amphi-Festival waren und offenbar einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatten: In der Umfrage des Amphi 2006 waren sie die meistgewünschte Band für das diesjährige Festival - und die Erwartungen sollten nicht enttäuscht werden. Der Auftritt, der einer der (vorerst?) letzten in der alten Bandbesetzung war, begann nach einer kurzen Begrüßung, in der auf die viel zu kurze Spielzeit von etwa 40 Minuten hingewiesen wurde, mit dem sehr ruhigen Stück "Tineoidea" in der Akustikversion, bei der vor allem das Saxophon von Daniel Schröder positiv hervorstach. Nach diesem irreführenden, leisen Anfang, ging es mit "Einer Gegen Alle" direkt in die Vollen und das gewonnene Tempo wurde kaum mehr gebremst, wobei die Stimmung im Publikum sich kontinuierlich steigerte. Wurde schon bei Tineoidea fleißig mitgesungen, sah man im weiteren Verlauf des Konzertes permanent zahlreiche mitklatschende Hände in der Luft, tanzende Fans in der Menge und hörte zahlreiche Jubelschreie. Bei "Stromausfall im Herzspital" musste der gute Herr Kaschte dann bereits kaum mehr etwas machen, da das Publikum den Text ganz offensichtlich mindestens so gut wie er auswendig kannte und auch ebenso laut singen konnte. Das folgende Stück wurde recht ungewohnt angekündigt, da Alex die Handpuppe Trulla, die ihn bei diesem Song normalerweise unterstützt, vor geraumer Zeit einem betrunkenen Berliner geschenkt hatte, der an seinem Geburtstag ein Samsas Traum-Konzert besuchte. Doch nichtsdestotrotz gab es im Publikum kein Halten mehr, als die Band schließlich mit "Die Zärtlichkeit der Verdammten" loslegte. Der Moshpit, der sich bereits einige Stücke zuvor, bei "Bis an das Ende der Zeit", ansatzweise gebildet hatte, wuchs nun im Verlauf der folgenden Stücke, "Khaosprinz und Windprinzessin", "Ein Foetus wie Du" und der Zugabe "Kugel im Gesicht" stark in seinen Ausmaßen und der Anzahl der beteiligten Personen, so dass ich mich - da ich selbstverständlich am Pogo beteiligt war - mal in Höhe der zweiten, mal der fünften und mal der zehnten Reihe befand, völlig außer Puste weiter fleißig mitsang und jede Menge Spaß hatte. Die Stimmung war, wenn man mal von einigen "Ich will mich aber nicht bewegen!"-Gruftis, die griesgrämig am Rande des Moshpits standen, absieht, wirklich unglaublich gut und dürfte beim diesjährigen Amphi-Festival bei keinem anderen Auftritt erreicht worden sein. Auch Alex und Band schienen ihren Spaß zu haben und wirkten auf der Bühne sehr ausgelassen und voller Energie - einige Zeit nach dem Festival bestätigte der Herr Kaschte diesen Eindruck übrigens im Rahmen des Promo-Chats für das kommende Album und erwähnte, dass das Publikum beim Amphi-Festival traumhaft gewesen sei. Also insgesamt ein durch und durch gelungener Auftritt mit unverschämt vielen schnellen, lauten und tollen Stücken, so dass man kaum zu Atem kam und irgendwas falsch gemacht haben muss, wenn man im Anschluss nicht vollkommen durchgeschwitzt war. Gegen die Erfüllung des von Alex geäußerten Wunsches, gerne etwas später und vor allem länger gespielt zu haben, hätte sicher keiner der Anwesenden auch nur das Geringste einzuwenden gehabt.

Nach einer weiteren kleinen Pause, während der Frontline Assembly spielten und ich mich bei der Emilie Autumn-Autogrammstunde vom beschriebenen Auftritt erholte, begannen dann schließlich Subway To Sally. Kurz zusammengefasst: Gut gepost, Subway! Aber insgesamt in meinen Augen doch nichts Besonderes - ich konnte zumindest keine großen Unterschiede zu ihrem Auftritt beim letztjährigen Amphi-Festival feststellen - es war die alte Bühnendeko, es war die alte Feuershow und es waren die alten Lieder. Diese wurden wieder einwandfrei vorgetragen (was will man von einer Band mit dieser Bühnenerfahrung auch anderes erwarten?) und die Stimmung im Publikum war natürlich - ähnlich wie bei ASP - schon allein aufgrund des Namens der spielenden Band absolut perfekt. Viel zu erzählen gibt es dazu aber eben nicht, sie spielten einige ihrer sehr guten alten Stücke und einige ihrer einfallsloseren, teils unsinnigen, neuen "Hits", wie "Sieben". Das Überraschendste war wohl, als 2 Zuschauer während dem Lied "Eisblumen" von der Band auf die Bühne geholt wurden, das Lied von der Bühne aus genießen durften und anschließend mit dem Kommentar "Zwei männliche Eisblumen - sind sie nicht schön?" zum Stagediving, das noch einige Mitläufer fand, entlassen wurden. Außerdem fand ich noch bemerkenswert, dass der Gitarrist mit der Double Neck-Gitarre konsequent nur auf einem der beiden Hälse spielte… nun ja, er wird sicher seine Gründe für die Wahl dieser Gitarre gehabt haben. Im Anschluss an das Konzert versprach Eric noch, kurz nach dem Konzert mit seinen Bandkollegen an der Bühne für Autogramme zur Verfügung zu stehen, da ihre offizielle Autogrammstunde ausfallen musste. Ich war zwar nicht sonderlich scharf auf ein Subway-Autogramm und habe mir demnach auch keins geholt, wollte diese nette Geste hier aber wenigstens erwähnt haben. Mit diesem Konzert war der offizielle Teil des Amphi-Festivals für mich auch beendet.

Was gibt es abschließend zu sagen? Es hat eine Menge Spaß gemacht. Zahlreiche interessante Bands aus unterschiedlichen Subgenres taten an diesen zwei Tagen ihr Bestes, um den Festivalbesuchern etwas zu bieten - und das mit Erfolg. An der Organisation gab es in meinen Augen auch nicht viel zu kritisieren. Die strikte Trennung, 1. Tag Elektro, 2. Tag Diverses, war in Kombination mit der geringen Preisdifferenz zwischen Tages- und Wochenendticket zwar etwas fragwürdig, aber im Endeffekt auch zu verkraften - das Amphi-Festival bleibt eines der günstigeren Festivals, was die Eintrittspreise angeht. Bei den Preisen für Essen und Getränke sieht das schon anders aus, aber wenn man sich vor der Ankunft am Gelände den Magen gut vollgeschlagen und auf dem Festivalgelände die kostenlose Wasserversorgung genutzt hat, konnte man den Tag auch ohne große Extrakosten überstehen. Was die Technik angeht, gab es einige kleinere Fehler und Verbesserungswürdigkeiten, aber so etwas bleibt bei einem Festival mit Bands, die ein so unterschiedliches Equipment haben, wohl nie aus - und für die Bedingungen war es wirklich absolut in Ordnung - ich konnte zumindest alle besuchten Konzerte gut hören. Die Moderation, die übrigens H.O.N.E.Y. von Welle: Erdball übernommen hat, erschien oft ein wenig albern. Man sollte über die abgedroschenen Sprüche lachen, lachte aber eher über den unnötigen Vortrag der selbigen. Aber: Nobody`s perfect, das war schon zu verkraften. Das nervige Hörspiel zwischen den einzelnen Auftritten blieb dieses Jahr aus und somit habe ich auch nichts ernsthaft zu kritisieren.
Ich fand es toll, empfinde mein investiertes Geld als sinnvoll ausgegeben und freue mich auf´s nächste Jahr.

Rayk

CaNo RSS Feed CaNo Newsletter


Cabaret Noir at MySpace



Deady - The Game



There To Go

Impressum