Agonoize

Agonoize

27. Juli 2007
Musiktheater Bad, Hannover

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Zu den Fotos der Party

Zwischen einigen Festivalauftritte in Deutschland, Frankreich und Belgien, haben Agonoize Ende Juli auch noch ein Clubkonzert in Hannover eingeschoben. Ein freudiger Anlass also, das Auto voll- und die Schweißerbrille einzupacken und sich gen Norden auf den Weg zu machen. Der Hinweg gestaltete sich aufgrund von vermehrter Bautätigkeit auf deutschen Autobahnen als etwas langwierig, aber schließlich kamen wir doch noch eine halbe Stunde vor Konzertbeginn am idyllisch gelegenen Musiktheater Bad an.
Die meisten Anwesenden nutzten die letzten Sonnenstrahlen, um sich noch am Grill gütlich zu tun und ihr Bier unter freiem Himmel zu genießen. Nach Begutachtung des Merchandise-Angebots folgten auch wir dem Beispiel und setzten uns noch mit unseren Getränken nach draußen, doch als die Zeiger langsam auf 21 Uhr und damit den als pünktlich angekündigten Konzertbeginn zuschritten, war es doch Zeit sich vor der Bühne zu positionieren.

Zuerst kam der Nebel. Viel Nebel. Dann erklang das Intro, wofür man sich bei Star Wars bedient hatte. Auf die Bühne schritt dabei allerdings weniger Darth Vader als vielmehr das Keyboarderduo Mike und Olli, gefolgt vom mit Bibel und Talar ausgestatteten Sänger Chris. Passend zum Outfit wurde als erstes der Song "Galubenskrieger" zum Besten gegeben. Die Musiker waren offensichtlich sehr gut aufgelegt und voller Elan, um den Laden richtig zu rocken. So wurde ein Kracher nach dem anderen auf das tanzwütige Publikum losgelassen: Songs wie "Sacrifice", "Death Murder Kill" und "Baeng Baeng Goodbye" heizten tüchtig ein. Dabei wurde auch für das Auge einiges an Bühnenshow geboten, soweit es beim beschränkten Platz auf der kleinen Clubbühne möglich war: Nachdem sich der Sänger von überflüssiger Kleidung wie Talar und Jackett entledigt hatte, packte er eine Flex aus und ließ auf seinem Beinschoner die Funken sprühen. Und selbstverständlich darf bei einem Agonoize-Konzert nicht an Kunstblut gespart werden, welches in Strömen auf der Bühne und bis ins Publikum floss, oder besser gesagt spritzte. Merke: Gehe niemals in weißen Klamotten auf ein Agonoize-Konzert und stelle dich dann auch noch in die erste Reihe! "There will be blood on the floor" - diese Warnung stellte keine leere Drohung dar…
Im weiteren Verlauf kündigte Chris zur Freude aller, die seit der letzten EP sehnsüchtig auf die nächste Veröffentlichung warten, einen neuen Song namens "Suizid" an, der von den Anwesenden auch mit Wohlwollen aufgenommen wurde. Der typische Agonoize-Stil war klar wiederzuerkennen: hart, elektronisch, kraftvoll und mitreißend!

Schließlich kamen natürlich noch alle auf ihre Kosten, die vor allem auf den Hit "Koprolalie" gewartet hatten. Allerdings war das Publikum bei diesem Song nicht ganz so enthusiastisch, wie ich erwartet hätte (man muss aber sagen, dass meine Ansprüche an das Publikum eh nicht ganz erfüllt wurden - ein paar mehr Leute hätten es wohl sein dürfen, und speziell der ersten Reihe hätte etwas mehr Bewegung nicht geschadet - aber das nur am Rande), der eigentliche Höhepunkt des Konzertes kam nämlich erst anschließend: beim genialen Kiss-Cover "I was made for loving you"! Jetzt gab es kein Halten mehr, der ganze Club sang mit. Klar, dass die Band jetzt noch nicht gehen durfte; obwohl der Sänger noch von einer Verletzung gebeutelt war, hielt er die Zugabe "Paranoid Destruction" tapfer durch. Danach war aber endgültig Schicht auf der Bühne, doch mit der Ankündigung, dass es im Herbst eine große Tour geben würde, wurden die Fans sehr zufrieden in den Abend entlassen.

Jener war mit dem Konzert nämlich noch nicht zu Ende: Nachdem alles aufgeräumt war, überließ der Soundtechniker dem DJ das Pult, der die Meute mit der ganzen Bandbreite an elektronischer tanzbarer Musik von Future Pop über EBM bis Industrial und Noise versorgte. Die Auswahl war mehr als gelungen, es ist lange her, dass ich an einem Abend so viel getanzt habe - großes Kompliment an den DJ! Darüber hinaus hat eine Disco mit Außenbereich wirklich nicht zu leugnende Vorteile, denn in diesem konnte man sich etwas abkühlen und mit seinen Getränken gemütlich hinsetzen, ohne etwas von der Musik zu verpassen, die durch Lautsprecher auch nach draußen übertragen wurde. Auch im Club selber war die Stimmung gemütlich und familiär, alle hatten Platz zum Tanzen, an der Theke wurde man promt bedient, die Getränkeauswahl war reichlich, die Preise angemessen... Wer mal etwas Abwechslung von schwarzen Großraumdiscotheken braucht, dem sei das Bad wärmstens zu empfehlen! Wer allerdings aufgrund der Vorankündigung mit fünf DJs auf drei Areas gerechnet hatte, war eventuell etwas enttäuscht, im Open-Air-Bereich war zwar ebenfalls eine Lichtanlage installiert, aber kein eigenes DJ-Pult, und eine Nuclear-Blast-Area suchte man vergeblich (oder hab ich einfach nicht genau genug hingeschaut?). Kein großer Verlust für uns, wir waren mehr als zufrieden. In Anbetracht der langen Rückfahrt war es dann aber doch relativ früh Zeit für uns, uns wieder auf den Weg zu machen. Alles in allem also ein Abend, der äußerst positiv behaftet im Gedächtnis bleiben wird!

Playlist

Intro Star Wars
Glaubenskrieger
Sacrifice
Death Murder Kill
Baeng Baeng Goodbye
God For Sale
Open The Gate
The Holy Flame
Suizid (Neuvorstellung)
Eye On You
Koprolalie
I was made for loving you (Kiss-Cover)
Zugabe: Paranoid Destruction

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