Eric Fish - Gegen den Strom
8 von 10 Punkten
(ESOX Music / Al!ve)

Das dritte Album von Eric Fishs Soloprojekt ist draußen. Alle guten Dinge sind drei? Wie schön, dass Eric und seine Freunde sich an diesen Grundsatz gehalten haben.
Wie schon seine Vorgänder kommt "gegen den Strom", statt mit Subway to Sally- typischem Bombast, völlig ruhig und unaufgeregt, ja nachdenklich daher - Bodenständige Gitarrenmusik, keine Elektronik, Musik in seiner puren Form. Musik in der Tradition eines Hannes Warder oder Rolf Biermann (auch wenn Eric mir für diesen Vergleich bestimmt den Kopf abreißen würde), Liedermachermusik durch und durch, auch textlich: Eric hält den Menschen und ihrer Gesellschaft den Spiegel vor, das in einer Form, wie sie mittlerweile selten geworden ist. Eric sagt, was er denkt und spricht damit aus, was sich viele von uns nicht trauen.
Wer eh schon ein "alter Linker" ist, wird mit der Art von Erics Musik viel anfangen können (auch wenn man ganz sicher von Eric keine "Internationale" hören wird), aber auch wir Jüngeren sollten gar nicht darum herum kommen in dieses Album hereinzuhören. In Anbetracht des auch in der Gothszene zunehmenden Anteils an durchproduzierter, textlich wie musikalisch nichtssagender Songs, ist dieses Album wie ein Wachrütteln. Hier geht es darum zu erfahren und zu spüren, was Musik im Ursprung ist: Eine Ausdrucksform für Emotionen, Sehnsüchten, Gedanken und Hoffnungen. Eric wirkt dabei so authentisch, wie schon auf den beiden Alben zuvor. So authentisch, dass sein Wirken bei Subway To Sally schon fast gespielt wirkt. "Gegen den Strom" ist Eric Fish rein, frei von allen fremden Einflüssen und frei von Einschränkungen der Musikindustrie.
Wenn ihr über euren BeatperSecond-Tellerrand hinaustraut, hört euch diese CD an und lasst euch darauf ein! Lasst euch nicht davon abschrecken, dass der typischgruftige Hall fehlt, der mittlerweile auch in der Schwarzen Szene allgegenwärtige Tanzbeat oder das Synthigespiele. "Gegen den Strom" ist ein Arschtritt in den Hintern der (Grufti-)Spaßgesellschaft und ein Wink mit dem Zaunpfahl (als Schlaginstrument), was Musik eigentlich sein sollte. Seelenausdruck.

Aiko

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